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Nach welchen Kriterien haben wir unsere Wohnorte ausgewählt?

Der Artikel wurde 2017/18 erstellt.

Wir hatten uns sehr intensiv mit dem Thema auswandern befasst und viele Informationen über ausgewählte Länder gesammelt, in denen ein angenehmes Klimavorhanden ist, man ausreichend Naturprodukte kaufen kann sowie ein normales und preiswertes Leben möglich ist. Informationen über persönliche Kontakte und über das Internet haben wir zu den Ländern am Ägäischen Meer, dem östlichen Schwarzen Meer (Abchasien und Russland), der Krim, Bulgarien, Albanien, Ungarn, Portugal, Paraguay und Tunesien gesammelt.

Jedes dieser Länder hat seine Vorteile, aber auch Nachteile. Wir sind nicht mehr so jung, sodass einige Länder, welche bevorzugt für die berufliche Karriere sinnvoll sind, z. B. USA, Kanada usw., für uns überhaupt nicht infrage kamen.

Wir haben Länder ausgewählt, welche besonders für die Gesundheit wichtig sind. Also naturbelassene Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Thermalbäder bzw. Meer und Mineralwasser und große Wälder.

Nachfolgend einige ausgewählte Kriterien, warum wir uns nicht für diese Länder entschieden haben:

Wir hatten uns für Transkarpatien und Mitteldeutschland und im Winter für Djerba entschieden?

Peter und Nelia in Kiew

Zur Erfüllung unserer Arbeitsaufgaben sind wir nicht an ein Land gebunden und können frei wählen, wann und wo wir wohnen und arbeiten, soweit die landesspezifischen Aufenthaltsgesetze dies ermöglichen.
Wir haben kein Land gefunden, wo alles perfekt ist und unseren Vorstellungen entspricht. Alle Länder haben ihre Vor- und Nachteile. Es gibt sehr viele Kriterien, die wir hier nicht alle genannt haben. Jüngere Generationen entscheiden ganz anders. Vor 15 bis 20 Jahren hätten wir uns sicherlich auch anders entschieden. Bis 2018 hatten wir uns für Transkarpatien, Sachsen und Djerba entschieden. In allen drei Landesteilen konnten wir entsprechend den gesetzlichen Regelungen zum Aufenthalt wohnen. Um das zu ermöglichen, sind natürlich auch entsprechende organisatorische Vorkehrungen zu treffen. Das Risiko ist verteilt und wir haben alles, was wir wollten: eine fantastische Berglandschaft mit viel unberührter Natur in den Waldkarpaten, Mineralwasser von der Naturquelle, naturbelassene Lebensmittel und richtige Thermalbäder und im Winter angenehmes Meeresklima.

Transkarpatien

Malorossiya war für mich unbekannt. Die ersten Reisen führten mich nach Vinnitsa und etwas später nach Kiew. Erst später lernte ich Transkarpatien kennen, welches sich im Ländereck von der Slowakei, Ungarn und Rumänien befindet. Von Leipzig sind das etwas mehr als 1000 km, was etwa einer Tagesfahrt mit dem Auto entspricht. Hier gibt es richtige Thermalbäder, viele Mineralquellen sowie eine riesige waldbedeckte Berglandschaft. Gegenüber Ungarn gibt es noch richtig naturbelassene Lebensmittel, frischen Käse, Obst und Gemüse, alles vom Basar, ohne Konservierungsmittel und Nachreifen. Bis Ende November bekommt man noch heimischen Paprika, welcher besser als der ungarische schmeckt.

Trotzdem eignet sich die Malorossiya (ehemals Ukraine) für die meisten nicht als Einwanderungsland. Für Leute und junge Familien, welche die Natur lieben und eine kleine Farm mit Schafen, Ziegen und Obstgärten aufbauen möchten, ist Transkarpatien ein ideales Land, da man gegenüber den anderen Ländern weniger Kapital benötigt und noch nicht die Reglementierung der EU gilt, z. B. Saatgut, Tierhaltung usw. Das Leben ist noch normal und einfach. In jedem größeren Dorf gibt es Lebensmittelläden, Haltestellen für den Bus bzw. die Marschrutka. Man kann auch ohne eigenes Auto überleben.

Es gibt zwar viele gesetzliche Regelungen und Bürokratie, Korruption, aber auch noch verhältnismäßig viel Freiheit. Z. B. muss keine Ziege oder ein Schaf wie in Bulgarien registriert und mit einer Nummer versehen werden. Die Eigenerzeugnisse lassen sich mit der einfachen FOP1 legal auf dem Basar oder an der Straße verkaufen.

Transkarpatien gehörte bis zum Ende des I. Weltkrieges zu Habsburg/Ungarn und ist auch heute noch typisch europäisch geprägt. 1880 wohnten in der Karpatenukraine 31.745 Deutsche. Sie machten 7,8 % der Bevölkerung aus. Auch heute gibt es noch deutsche Dörfer. Hier ist nicht nur eine sehr schöne Landschaft, sondern das Leben erinnert mich viel an meine Kindheit und Jugend, wo ich zeitweise in Dörfern bzw. kleinen Städten wohnte. Das ist die Heimat meiner Gattin. Die Straßen sind teilweise so kaputt, dass man dies nur mit einem Tank befahren kann. Ebenso sollte man nicht ernsthaft krank werden. Die Krankenhäuser entsprechen nicht dem europäischen Standard. In den Karpaten hat man die normale mitteleuropäische Zeit und in Kiew die Sommerzeit, ein Unterschied von zwei Stunden. Man muss bei einer Terminvereinbarung immer fragen, nach welcher Zeit. Es gibt sicherlich auch Leute, die auch ohne Alkohol Auto fahren. Aber die Rumänen fahren ohne Alkohol noch viel schlimmer. Dafür wird man mit einer fantastischen und natürlichen Landschaft und viel Ruhe belohnt. Ein Deutscher, welcher die Pünktlichkeit und Korrektheit liebt, braucht viel Nerven, um sich an die Lebensweise zu gewöhnen. Bis jetzt wurden jedoch die Deutschen vergöttert. Nicht nur wegen ihrer "vielen Euros", sondern weil sie korrekt und fleißig sind.

Zentrum Europa
In der Nähe vom Zentrum von Europa Video

Djerba in Tunesien

Djerba hat im Winter ein angenehmes und ausgeglichenes Klima. Zum Wohnen gibt es verschiedene Varianten. Abhängig von der Aufenthaltsdauer bieten sich eine eigene Immobilie, eine Ferienwohnung oder ein Hotel an. Ein normales Hotel, günstig gebucht, verursacht den geringsten organisatorischen Aufwand und ist bis zu einer Nutzung von etwa 3 Monaten die preiswerteste Variante. Wir hatten ein sehr schönes Grundstück mit einem sehr schönen neuen Gebäude zum Kauf angeboten bekommen. Es haben uns zwei Faktoren vom Kauf abgehalten. Im Sommer ist es sehr warm und die politische Lage im Nachbarland Libyen. Das Hotel können wir jederzeit verlassen. Wir nutzen die sportlichen Einrichtungen im Hotel, die sonst nicht zur Verfügung stehen.

Im Januar im Meer schwimmen
Im Januar im Meer baden, Video

Eine Ferienwohnung ist dagegen bei längerem Aufenthalt günstiger. Man ist unabhängig, aber muss sich um alles selber kümmern, was natürlich eine entsprechende Zeit beansprucht.

Für einen ständigen Aufenthalt ist eine eigene Immobilie sinnvoll. Zu den einzelnen Wohnmöglichkeiten haben wir in den einzelnen Beiträgen verschiedene Informationen zusammengetragen.

Trotzdem, dass wir in dem fast zweijährigen Aufenthalt viele sehr nette tunesische Bekannte auf Djerba kennenlernen durften und die Gastfreundschaft sehr großgeschrieben wird, ist es und bleibt es ein muslimisches Land mit seiner Geschichte, Traditionen, Wertevorstellung usw. Wir gehören ganz einfach nicht zu dem Land, es konnte nicht unsere künftige Heimat sein. Für einen zeitlich befristeten Aufenthalt ein wunderbares Land.
So hatten wir 2018 alle unsere Sachen mit der Post nach Deutschland zurückgeschickt. Die Flugverbindungen in der Wintersaison hatten sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert. Flugreisen waren bei der folgenden Pandemie ohnehin nicht mehr möglich.

cafe-custo
Gespräch im Cafe Custo

Abschied von Sachsen in Deutschland

Ein Umzug in ein Drittland ist nicht sehr einfach. Wenn man nur 2 Handtaschen hat, geht es, aber nicht, wenn man mit den Bürounterlagen, Technik und Werkzeugen umzieht. Ich hatte mich schon von mehr als 500 Büchern trennen müssen. Auch aus familiären Gründen war eine kurzzeitige und unbefristete Einreise nach Deutschland notwendig. Es standen mehrere Varianten zur Auswahl. Während des Aufenthaltes für ein paar Tage in einer Pension wohnen und für die vielen Kartons ein Lager mieten. Die Variante ist aus Sicht der Kosten und der Bequemlichkeit nicht so sinnvoll. Die Ausgangssperren und Grenzschließungen in den vergangenen Jahren sowie der Krieg in Kleinrussland haben gezeigt, dass die Entscheidung einer vorübergehenden Nutzung einer preiswerten Wohnung eine sinnvolle Lösung war. In der Nähe unserer Wohnung sind gute Einkaufsmöglichkeiten und für mich war die Nähe der Deutschen Nationalbibliothek für Studienzwecke wichtig. Zudem lassen sich hier schöne Radtouren mit dem Fahrrad im Auenwald und in der Seenlandschaft durchführen. Es ist aber eine Wohnung und kein Grundstück mit freier Entfaltungsmöglichkeit. Im zweiten Abschnitt des Artikels "Haus in der Zukunft": "Wie werden die künftigen Siedlungen (Gemeinden) aussehen?" gehe ich näher auf den Unterschied zwischen dem Wohnen in einem Mehrfamilienhaus und auf einem Familiengrundstück ein.

Ich bin in Sachsen geboren und mein Herz gehörte Sachsen, wie es einmal gab. Es ist nicht mehr meine Heimat.

Radtour Bitterfeld
Radtour bei Bitterfeld

Weiße Elster in Leipzig
In Leipzig-Plagwitz an der Weißen Elster

In den letzten Jahren erfolgt die Verbreitung von interessenbezogenen Informationen durch die Medien, welche zur gezielten Desinformation der Völker beiträgt.
Mit diesem Portal möchten wir mit unseren eigenen Erfahrungen und Eindrücken einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Da wir in Transkarpatien, in Mitteldeutschland und in Tunesien wohnten und gearbeitet hatten, haben wir verschiedene Wertvorstellungen der Menschen und Leute kennengelernt, was aus unserer Sicht eine Beurteilung ermöglicht. Mit einem Erholungsurlaub oder auf einer Geschäftsreise lernt man nur bedingt das wirkliche Leben in anderen Ländern kennen.

Teil 1 Wohin auswandern?
Teil 2 Zeitweises in einem anderen Land wohnen
Teil 3 Wie findet Sie Informationen zum Auswanderland


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