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Scheidungskinder – Verständnis darf man nicht erwarten

Erstellt von retep11 am Donnerstag 9. Januar 2020

Fast jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden. Kinder leiden ebenso wie ihre Eltern darunter. Paradoxerweise ist es für sie heute aufgrund der unzähligen Menschen, die getrennt leben, etwas leichter geworden. Denn vor gar nicht langer Zeit ragten Scheidungskinder aus der Masse heraus. In der Nachbarschaft wurde getuschelt, Freunde stellten Fragen nach dem fehlenden Vater oder der Mutter. Mittlerweile sind geschiedene Paare zu einer Normalität des Lebens geworden. Dies führt allerdings auch dazu, dass der Nachwuchs mehr Angst als früher vor einer Scheidung hat, da ihnen das Thema stets präsent ist.

Trennung kann auch für Kinder erleichternd sein

Es gibt wohl kaum ein Kind, das die Trennung der Eltern befürwortet. Die kindliche Perspektive ist noch immer, dass sie ihr Leben lang zusammenbleiben. Ein Grund, trotz ständiger Streitereien und längst vergangener Liebesgefühle weiterhin zusammenzubleiben, ist dies jedoch nicht. Denn unsere Jüngsten leiden ebenso stark unter einer vergifteten Atmosphäre zuhause. Sie sind einem ständigem Druck ausgesetzt, allein durch die Angst, die bei jedem Streit hervorgerufen wird, dass die Eltern sich trennen könnten. Nach einem Beziehungsende stellen sich zahlreiche Menschen die Frage: Wie bekomme ich meinen Ex zurück? Sie kann durchaus berechtigt sein, denn tatsächlich funktionieren viele Partnerschaften bei einem zweiten Anlauf besser. Arbeiten beide Ex-Partner auf einen Neubeginn hin, sollten die Kinder davon zunächst nichts erfahren. Wird daraus dann doch nichts, ist die Enttäuschung viel zu groß.

Was Eltern ihren Kindern im Fall einer Trennung vermitteln sollten

Es gibt einige Grundsätze, die Mutter und Vater zum Wohl ihrer Kinder unbedingt beachten müssen. Diese sollten sowohl mit Worten als auch durch die Haltung ausgedrückt werden.

  • Nach einer Trennung ändert sich nichts an der Tatsache, dass Vater und Mutter erhalten bleiben.
  • Jedes Elternteil liebt seine Kinder wie zuvor, gleich was das Beziehungsende mit sich bringt.
  • Keiner der Eltern geht dem Kind verloren, selbst wenn man nicht mehr zusammen in einer Wohnung lebt.
  • Sowohl Vater als auch Mutter tragen weiterhin gemeinsam die Verantwortung.

Kinder müssen von ihren Schuldgefühlen befreit werden

Es ist häufig so, dass die Kinder glauben, sie hätten etwas falsch gemacht, was zu der Trennung führte. Nur selten sprechen sie über ihre diesbezüglichen Ängste, trotzdem leiden die meisten von ihnen darunter. Grundsätzlich sollten Eltern daher ihren Nachwuchs deutlich darauf hinweisen, dass sie keinerlei Schuld tragen. Am besten führen Vater und Mutter entweder gemeinsam oder allein mit dem Kind ein Gespräch über dieses Thema. Dabei sollte explizit zum Ausdruck gebracht werden, dass die Entscheidung für das Beziehungsende ganz allein in der Verantwortung von ihnen liegt. Nur sie allein haben sich zu dem Schritt entschlossen.

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