Sydora Magazine health and family

   Sydora | Gesundheit | Familie | Lifestyle | Wohnen | Kultur und Länder | Blog Sydora | Haushaltshilfe - BücherImpessum

Ausgewälte Informationen zur Haushaltshilfe

Peter Rauch in den ukrainischen Karpaten

Wir werden immer älter. Damit erfolgt eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur und an die Anforderungen an unsere Umwelt. Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich eigenständig in vertrauter Umgebung leben. Das betrifft sowohl das soziale Umfeld und die eigenen vier Wände, egal ob als Mieter, Wohnungseigentümer oder im Eigenheim. Wir werden aber auch immer anspruchsvoller. Auch wenn man älter wird, soll der gehobene Wohnkomfort beibehalten werden. Ebenso ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung gewachsen.

Zwei Drittel der Mieter und Wohneigentümer ab 50 wollen laut einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid auch im Alter von 70 Jahren noch eigenständig in einer gewöhnlichen Wohnung oder einem Haus leben. 57 Prozent würden bei Bedarf auch ein zusätzliches Hilfsangebot in Anspruch nehmen wollen. Nur 15 Prozent wollen später ins Pflegeheim oder in eine Seniorenresidenz. Ebenso wünscht sich nur eine Minderheit das Wohnen mit mehreren Generationen (33 Prozent) oder bei Verwandten (16 Prozent). [1] "Als sehr wichtig für ein selbstständiges Leben im Alter werden neben Angeboten für Hilfe und Pflege zuhause die gute Erreichbarkeit von Geschäften, Ärzten und öffentlichen Verkehrsmitteln genannt. Für Serviceleistungen oder altersgerechte bauliche Veränderungen könnten die Befragten durchschnittlich 280 Euro monatlich aufbringen." Bis zum Jahr 2025 werden rund zwei Millionen altersgerechte Wohnungen in Deutschland benötigt, gegenwärtig liegt der Bestand bei rund 400.000 bis 500.000 Wohnungen. [2]

In der nachfolgenden Übersicht sehen Sie, wie sich die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland (in Tausend) entwickeln wird.

JahrgesamtAlter über 65 Jahre
200082.27613.694 16,6%
201081.54116.800 20,6%
202080.43318.665 23,2%
205073.60323.426 31,8%

Innerhalb von 50 Jahren erhöht sich der Anteil der älteren Bürger in Deutschland von 16,6% auf 31,8%.

Aber auch die grenzüberschreitende Bevölkerungswanderung von Deutschland hat sich von +272.723 im Jahre 2001 auf -55.743 2008 verändert. Der gegenwärtige Trend ist, dass immer weniger Ausländer nach Deutschland ziehen und gleichzeitig aber auch immer mehr Bürger Deutschland verlassen.
Zuzüge aus dem Ausland 879.217 (2001) 707.352(2005) 682.146 (2008)
Fortzüge in das Ausland 606.494 (2001) 628.399(2005) 737.889 (2008)
Im vergangenen Jahr verliesen 161.105 Bundesbürger Deutschland. Allein von 2006 auf 2011 kehrten so 40 Prozent mehr Deutsche ihrer Heimat den Rücken. Für die Auswanderung gibt es unterschiedliche Gründe.

Geistige und psychische Fähigkeiten werden mit dem Alter immer geringer, deshalb ist es wichtig dass Senioren die Chance haben die täglichen Anforderungen zu bewältigen. Eine der zahlreichen Untersützungsmöglichkeiten ist eine spezialisierte Seniorenbetreuung, welche agiert individuell, professionell, diskret und mit Spitzenqualität hilft.

Es gibt aber auch mittlerweile in 14 Städten in Deutschland Projekt "Wohnen für Hilfe" Putzen gegen Wohnraum: Studenten wohnen bei Senioren. Die Studenten bekommen mietfrei Wohnraum, dafür helfen sie im Haushalt oder gehen Einkaufen. Süddeusche Zeitung.

1. Was beinhaltet die Haushaltshilfe

Eine verwandte oder fremde Person erledigt die tägliche Arbeit im Haushalt. Sie übernehmen alle zur Weiterführung des Haushalts notwendigen Arbeiten, zum Beispiel Kochen, Waschen, Einkauf, oder Kinderbetreuung. Die Kosten können zum Beispiel übernommen werden, wenn sich die allein erziehende Mutter im Krankenhaus befindet und daheim Kinder unter 12 Jahren zu versorgen sind. Es können verschiedene Kostenträger zuständig sein. Die Haushaltshilfe muss beantragt werden. Die Kostenträger stellen entweder eine Haushaltshilfe oder erstatten deren tarifliche bzw. übliche Kosten.

2. Kostenträger für eine Haushaltshilfe

Haushaltshilfe kann eine Leistung der Krankenversicherung, der Unfallversicherung, des Jugendamtes oder der Rentenversicherung (Kostenträger) sein. Die Sozialhilfe übernimmt die Leistungen bei Geringverdienenden oder nicht Versicherten. Die Leistungen orientieren sich nach der Krankenversicherung. Welcher Kostenträger die Leistungen übernimmt, ergibt sich aus der jeweiligen Situation. Die Haushaltshilfe ist mit entsprechenden Antragsformularen der jeweiligen Leistungsträger zu beantragen.
Individuell ist mit der Krankenkasse ist abzuklären, in welchem Umfang die Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe festgelegt ist.
Anspruch auf Haushaltshilfe besteht auch bei Mitaufnahme der haushaltsführenden Person als Begleitperson ins Krankenhaus (Grundsatzurteil des BSG vom 23.11.1995).

3. Voraussetzungen für eine Haushaltshilfe

Der jeweilige Leistungsträger stellt eine Haushaltshilfe, zum Beispiel wenn:

Wichtig ist hierbei, dass sich die andere im Haushalt lebende Person (zum Beispiel der Ehepartner oder ältere Kinder) nicht wegen der Weiterführung des Haushalts von ihrer Berufstätigkeit, Berufs- oder Schulausbildung beurlauben lassen muss.

Ist der Leistungsträger die Rentenversicherung, so sind die rentenversicherungsrechtlichen Voraussetzungen zu den ergänzenden Leistungen zur Reha zu erfüllen.

Leben Kinder im Haushalt und wurde der Antrag auf eine Haushaltshilfe abgelehnt und deren Versorgung kann infolge Erkrankung der Mutter/des Vaters nicht gewährleistet werden, so kann beim Jugendamt ein Antrag auf ambulante Familienpflege gestellt werden.

4. Leistungsumfang

Vorrangig erbringen die Kostenträger eine Sachleistung, sie stellen die Haushaltskraft. Sie haben Verträge mit Trägern der freien Wohlfahrtspflege, ambulanten Pflegediensten oder Sozialstationen abgeschlossen. Die Haushaltshilfekräfte erbringen die Leistung und rechnen dann direkt mit der Krankenkasse ab.
Kann die Erbringung der Sachleistung nicht erfolgen, so werden die Kosten für eine selbst beschaffte Haushaltshilfe in angemessener Hohe (in Anlehnung an das tarifliche oder übliche Entgelt einer Haushaltshilfe=) von Krankenkasse oder Berufsgenossenschaft übernommen. Dies muss vorher mit dem jeweiligen Leistungsträger abgestimmt und genehmigt werden.

Zu beachten ist, dass es für Verwandte und Verschwägerte bis zum 2. Grad (Eltern, Kinder, Großeltern, Enkelkinder, Geschwister, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, Großeltern des Ehepartners, Schwager/Schwägerin, Stiefeltern, Stiefkinder oder Stiefenkelkinder) keine Kostenerstattung gibt. Allerdings können die erforderlichen Fahrtkosten und den Verdienstausfall für Verwandte und Verschwägerte bis zum 2. Grad durch die Kostenträger erstattet werden. Hierzu muss der Verdienstausfall vom Arbeitgeber in einem entsprechenden Formular bestätigt und dem Kostenträger übergeben werden.

5. Anderweitige Unterbringung des zu betreuenden Person

In Ausnahmefällen können die zuständigen Kostenträger anstelle der Haushaltshilfe die Kosten für die Mitnahme oder anderweitige Unterbringung der Kinder bis zur Höhe der Haushaltshilfe-Kosten übernehmen.

6. Zuzahlung für die Haushaltshilfe

Die Zuzahlung beträgt 10 % der Kosten pro Kalendertag, jedoch mindestens 5,- Euro und höchstens 10,- Euro. Eine Befreiung von der Zuzahlung ist bei Erreichen der Belastungsgrenze möglich. Naheres unter Zuzahlungsbefreiung Krankenversicherung.
Je nach Krankenkasse, Bundesland und Pflegeverband wird mit dem Pflegenden in einem Vertrag ein Honorar vereinbart. Von diesem Betrag sind dann Gehalt, Betriebskosten, Steuern und Gewinn des Unternehmens zu zahlen.
Haushaltshilfe muss bei der jeweiligen Krankenkasse per Antragsformular beantragt werden.

7. Pflegebedürftigkeit - Haushaltshilfe

Der Der Leistungsanspruch ist an das Vorliegen einer Pflegestufe gekoppelt. SGB XI, § 14 Begriff der Pflegebedürftigkeit (4)Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Sinne... 4. im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen.

8. Gesetzliche Grundlagen: Sozialgesetzbuch

Sozialgesetzbuch Elftes Buch Soziale Pflegeversicherung
(§ 38 SGB V - § 28 SGB VI i.V.m. §§ 44, 54 SGB IX - v 42 SGB VII i.V.m. §§ 44, 54 SGB IX)

9. Steuerliche Hilfe durch das Finanzamt für die Haushaltshilfe

Seit 1. Januar 2009 übernimmt das Finanzamt 20 Prozent der gesamten Aufwendungen für die Putzfrau im Privathaushalt. Die Haushalthilfe kann durchschnittlich 212,50 Euro im Monat bzw. 2550 Euro pro Jahr in Ihrem Haushalt verdienen.
Beispiel: Ihre illegal beschäftigte Haushalthilfe erhält von Ihnen pro Monat 160 Euro. Als privater Arbeitgeber zahlen Sie im Haushaltsscheckverfahren 14,27 Prozent (22,83 Euro) an Abgaben an die www.mini-jobzentrale.de. Das währen 182,83 Euro (160 + 22,83 Euro). Aber das Finanzamt übernimmt 20 Prozent, also 36,56 Euro. 182,83 Euro - 36,56 Euro = 146,27 Euro. Die legal arbeitende Haushaltshilfe kostet Ihnen nur 146,27 Euro. Das Geld muss lediglich als Nachweis per Banküberweisung gezahlt werden.
Aber auch die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen, wie Kochen, Bügeln, Putzen, Gartenarbeit, Straßenreinigung oder Schneeschippen, sind mit der Steuererklärung jeweils 20 Prozent der nachgewiesenen Kosten direkt von der Steuerschuld abziehbar, maximal 600 Euro. Steuerzahler können ihre Belastung also um höchstens 1800 Euro drücken.
Für die Versorgung und Pflege kranker und älterer Personen sind bis zu 1200 Euro Steuerersparnis möglich, wenn daneben keine anderen haushaltsnahen Dienstleistungen geltend gemacht werden. (Eventeulle Änderungen entnehmen Sie bitte dem aktullen Steuerrecht.)

Quelle:
[1] Lieber Umbau als Seniorenresidenz 17.1.2011 www.focus.de
[2] Deutsche wollen im Alter selbstständig wohnen 24.01.2010 www.welt.de

Weiter empfehlen:

© Sydora Online-Magazin | Ideen | Impressum | E-Mail  | 


Сильнейшая защита от всего негатива и опасностей!