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Neue Lebensmitteltrends „Novel Food“, „Functional Food“

Erstellt von Peter Rauch am Freitag 17. August 2012

„Novel Food“ sind Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile, die bisher vom Menschen in nicht nennenswertem Umfang konsumiert wurden. Beispiele sind Lebensmittel, die mit neuartigen Produktionsverfahren hergestellt wurden, wie etwa neue Fettersatzstoffe oder √Ėle aus Mikroalgen.

Unter „Functional Food“ oder funktionellen Lebensmitteln versteht man Nahrungsmittel, die f√ľr bestimmte Bed√ľrfnisse entwickelt wurden, wie zum Beispiel Elektrolytgetr√§nke f√ľr Sportler. Diese speziellen Lebensmittel sollen nicht nur satt machen und schmecken, sondern auch mittel- oder langfristig die Gesundheit f√∂rdern.

Beispiele f√ľr Functional Food sind:

1 Lebensmittel mit einem höheren Gehalt an Antioxidantien (ACE-Getränke) oder Omega-3-Fettsäuren

2 Milchprodukte die Probiotika enthalten

3 Bestimmte Ballaststoffe

4 Nahrungsmittel mit zusätzlichen sekundären Pflanzenstoffen

Antioxidantien oder sekundären Pflanzenstoffen werden Wirkungen wie die Regulierung des Cholesterin- und Blutzuckerspiegels oder eine Minderung des Krebsrisikos zugesprochen.

Probiotische Lebensmittel (probiotisch = f√ľr das Leben) enthalten lebende Mikroorganismen, die die Darmflora positiv beeinflussen und das Risiko von Infektionskrankheiten senken. Sie sollen beispielsweise den Cholesterinspiegel senken, vor Krebs sch√ľtzen und das Immunsystem st√§rken. Vollst√§ndig bewiesen sind diese Wirkungen allerdings noch nicht, auch wenn Probiotika erwiesenerma√üen gegen Durchfallerkrankungen helfen k√∂nnen. In probiotischen Produkten wie Joghurt werden als Bakterienkulturen vor allem Milchs√§urebakterien und Bifidobakterien eingesetzt. Sie gelangen ungehindert in den Magen und k√∂nnen sich dann im Dickdarm ansiedeln. Dazu m√ľssen sie allerdings t√§glich, dauerhaft und in ausreichender Menge aufgenommen werden. Beim Absetzen der Lebensmittel erreicht das Wachstum der urspr√ľnglichen Mikroorganismen wieder den Ausgangszustand.

Probiotika sind nichtverdauliche Lebensmittelbestandteile, wie zum Beispiel Oligofructose, die das Wachstum probiotischer Bakterien und damit deren Aktivität im Darm fördern. Dadurch können sie die Gesundheit des Menschen fördern.

Grunds√§tzlich kommt man ohne funktionelle Lebensmittel aus, wenn man sich ausgewogen ern√§hrt. Nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung k√∂nnen Ern√§hrungsfehler auch nicht durch den Verzehr von „Functional Food“ ausgemerzt werden. Das s√ľ√üe Bonbon wird nicht ges√ľnder, nur weil ihm Vitamin C zugesetzt wird.

Quelle: Backes, Gunda; Ernährung TK 5/2009